Das Friedrich-Leopold-Woeste-Gymnasium, eine Schule mit den Sekundarstufen I und II in der Trägerschaft der Stadt Hemer, führt seine Schülerinnen und Schüler nach neun Schuljahren zur „Allgemeinen Hochschulreife“. Es trägt den Namen des in Hemer geborenen Sprachwissenschaftlers Johann Friedrich Leopold Woeste, der in seiner Heimatstadt am Nordrand des Sauerlandes im 19. Jahrhundert eine Privatschule für höheren Unterricht gründete. Diese ist als Vorläufer der seit 1924 bestehenden „Höheren Schule“, dem heutigen Friedrich-Leopold-Woeste-Gymnasium, anzusehen.

Woeste Gymnasium Im Schuljahr 2006/07 werden über 1.000 Schülerinnen und Schüler von 60 Lehrerinnen und Lehrern und einigen Lehramtsanwärtern unterrichtet. Seit dem 02.12.1991 wird das Gymnasium von Oberstudiendirektor Eckardt Lüblinghoff geleitet; als stellvertretender Schulleiter ist seit dem 01.02.1999 Studiendirektor Ulrich Vielhauer in Hemer tätig. Dem Gymnasium steht in einem ansprechenden Wohngebiet ein von gepflegten Grünanlagen umgebenes weitläufiges Schulgebäude mit umfangreichen fächerbezogenen Sammlungen zur Verfügung.

Das sprachliche Angebot umfasst die Fächer Englisch, Französisch und Lateinisch. Spanisch wird als neu einsetzende Fremdsprache ab Stufe 11 angeboten. Neben den traditionellen Naturwissenschaften Biologie, Chemie und Physik spielt auch das Fach Informatik mit seiner modernen Rechnerausstattung eine immer größer werdende Rolle. Am Ende des Jahres 2000 ist die gesamte Rechnerausstattung für den Unterrichtsbetrieb erneuert worden, so dass nun ein Informatik-Fachraum mit Macintosh-Rechnern (iMac) sowie ein Multimedia-Raum mit Windows-PCs von einem gemeinsamen Server versorgt werden. Im Rahmen des Medienkonzepts wird die EDV-Ausstattung laufend erweitert und aktualisiert. Nicht vernachlässigt werden die musischen Bereiche mit den Fächern Kunst, Musik und Literatur sowie die vielfältigen Bereiche des Sports. Innerhalb der Gesellschaftswissenschaften sind die Fächer Geschichte, Erdkunde, Sozialwissenschaften und Philosophie von Interesse.

Neu sind seit 01.08.1999 die Einrichtung eines bilingualen Zweiges ab Stufe 5 im Fach Englisch sowie ab dem Schuljahr 2000/01 eine Initiative zur Stärkung der MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik).

In Zusammenarbeit mit dem Studienseminar Hagen bildet das Friedrich-Leopold-Woeste-Gymnasium seit vielen Jahren auch Lehramtsanwärter aus; nach der neuen Ausbildungsordnung sind zur Zeit drei Referendarinnen und Referendare am Woeste-Gymnasium tätig.

Exkursionen, Wander- und Studienfahrten sowie eine Skifahrt in der Stufe 11 und internationale Begegnungen führen die Schülerinnen und Schüler mehrfach während ihrer Schulzeit aus dem Klassenunterricht heraus. Dazu pflegt das Gymnasium Partnerschaften mit Schulen in Beuvry (Frankreich), Coventry (Großbritannien) und in der Vergangenheit auch mit Doberlug-Kirchhain (Bundesland Brandenburg). Ebenfalls werden die Beziehungen zur Hemeraner Partnerstadt Schelkowo in Russland durch Lehrer- und Schülerbegegnungen unterstützt.

Neben dem traditionellen Unterricht gehen Projekttage, Schulveranstaltungen unterschiedlichster Art, Schulgottesdienste und zahlreiche Arbeitsgemeinschaften auf die Interessen der Schülerschaft ein. Eine schuleigene Wetterstation, ein großes Tellurium in der Eingangshalle, der Internet-Auftritt mit der ursprünglich von Schülern und Lehrern gestalteten Homepage fördern Kreativität und Initiative - auch weit über den Unterricht hinaus. Intensiviert werden - u. a. durch ein Betriebspraktikum in Stufe 11 - die Begegnungen mit der Berufs- und Arbeitswelt; dazu gehörte für ein Schuljahr lang auch die Gründung einer „Aktiengesellschaft“ im Rahmen des „Junior-Projekts“. Ferner hat mit Beginn des Schuljahres 1999/00 für die Stufe 5 ein Projekt „Das Lernen lernen“ sowie mit Unterstützung des Lions Clubs das Programm "Erwachsen werden" begonnen; im Unterricht wird ab Stufe 5 die informationstechnologische Grundbildung umgesetzt. Regelmäßige Veranstaltungen und Projekte zur Drogen- und Suchtprävention stellen weitere Bausteine des schulischen Programms dar.

Woeste Gymnasium Die seit dem Jahr 2003 bestehende Kooperation zwischen dem Friedrich-Leopold-Woeste-Gymnasium und dem Hemeraner Unternehmen Grohe Water Technology AG & Co. KG ist ein Beispiel dafür, wie den Herausforderungen für Schule und Wirtschaft, die durch den globalen Wandel hervorgerufen werden, in neuen strategischen Allianzen begegnet werden kann. Die langfristig angelegte Zusammenarbeit wird der Bildungsarbeit des Woeste-Gymnasiums insbesondere in ihrer Ausrichtung auf die Gymnasiale Oberstufe und auf die Förderung der mathematisch-naturwissenschaftlichen Bildung programmatische Impulse vermitteln.

Von der Schülervertretung und den Elternpflegschaften wird eine konstruktive Beteiligung in den Mitwirkungsgremien erwartet. Zahlreiche Vorhaben führt die Schülervertretung bereits in eigener Verantwortung durch. Als gemeinsames Vorhaben von Lehrern und Schülern ist ab 2001 das „Projekt Streitschlichtung“ installiert; auch dadurch kann die Erziehungsarbeit an der Schule zusätzlich unterstützt werden.

Im Sport gehören Mannschaften des Friedrich-Leopold-Woeste-Gymnasiums zu den regelmäßigen Teilnehmern - und z. T. auch Landessiegern - bei Wettkämpfen wie „Jugend trainiert für Olympia“ mit inzwischen sechsmaliger Teilnahme von Leichtathletik-Mannschaften am Bundesfinale in Berlin oder weiteren Wettkämpfen. Aufführungen der Literatur- und Theater- und Musicalgruppen, der Chöre, Instrumentalkreise sowie Jazz- und Rockgruppen bereichern das Kulturprogramm in der Stadt Hemer. Aus Verbundenheit zum Gymnasium wurde vor über zwanzig Jahren ein Elternchor gegründet. Besonders bemüht sich auch das Fach Kunst um die Gestaltung des schulischen Lebensraums und hat mit eigenen Entwürfen zu Kunstwerken in der Stadt Hemer beigetragen. Lehrerinnen und Lehrer fördern die Teilnahme der Jugendlichen an Wettbewerben, wodurch bereits zahlreiche Preise an Schülerinnen und Schüler der Schule gewandert sind.

Für die Stadt Hemer bildet das Gymnasium ein kulturelles Zentrum. Zahlreiche Lehrerinnen und Lehrer der Schule pflegen enge Verbindungen zu Vereinen, Institutionen und Unternehmen in der Stadt Hemer. In der Aula des Gymnasiums hält der Rat der Stadt Hemer seine Sitzungen ab. Unterstützt werden diese Aktivitäten auch durch einen aktiven und kreativen Förderverein, der häufig dort finanzielle Hilfe leistet, wo Zuwendungen des Schulträgers nicht mehr möglich sind. Mit Unterstützung des Fördervereins, zahlreicher Einrichtungen der Stadt und mit großem Engagement von Lehrer-, Eltern- und Schülerschaft konnte im Mai 1996 eine Cafeteria eingerichtet werden. „Café Leo“ wird von einem Pächter mit einem schmackhaften Angebot betrieben. Ab dem Jahr 2002 beteiligen sich der Fördervereins und des Gymnasium an den traditionellen Hemeraner Herbsttagen am jeweils letzten Wochenende im September.

„Damit wir in Verbindung“ bleiben heißt das Motto der seit 1996 eingeführten regelmäßigen Ehemaligentreffen. Die „Treffen der Ehemaligen und Einmaligen“ finden z. Zt. im Rahmen der Hemeraner Herbsttage statt.

Im Jahr 2004 veranstaltete der Förderverein erstmalig einen "Woeste-Frühlingsball", ein heiteres Fest mit Eltern und Lehrern, kurzweiligen Programmpunkten und der Hemeraner Band "Silly Season"; eine jährliche Neuauflage ist in den großzüigen Räumlichenkeiten der Aula und des Foyers vorgesehen.

Über alle Aktivitäten des Gymnasiums wird in den jährlich erscheinenden „Jahresberichten“ informiert, die zum Preis von 3 Euro im Sekretariat zu erwerben sind.

Das Friedrich-Leopold-Woeste-Gymnasium fühlt sich dem ihm übertragenen Bildungs- und Erziehungsauftrag in besonderer Weise verpflichtet, es fördert und fordert die ihm anvertrauten Kinder und Jugendlichen und bemüht sich, mehr zu sein als es die institutionellen Rahmenbedingungen schulischer Erlasse und Richtlinien vorschreiben. Es möchte seinen Schülerinnen und Schülern in einer Zeit veränderter Sozialstrukturen auch ein Stück Lebensraum in einem „Haus des Lernens“ bieten, dessen Ausgestaltung der gemeinsamen Mühe wert ist.